PINOTAPE Anleitung: Tapen bei Obstipation


Verstopfung. medizinisch Obstipation gehört zu den häufigsten funktionellen Beschwerden des Verdauungssystems. Viele Betroffene leiden unter einem unangenehmen Gefühl von Völlegefühl, Druck im Bauchraum, unregelmäßigem Stuhlgang oder sogar starken Schmerzen. Neben klassischen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Bewegung oder medikamentöser Therapie gewinnt eine sanfte, unterstützende Methode zunehmend an Bedeutung: Tapen mit Kinesiologietape.
In unserer Schritt-für-Schritt Anleitung zeigen wir dir, wie das Tape bei Obstipation angelegt werden kann und erklären dir, wie das elastische Tape die natürliche Darmaktivität unterstützen kann.
Unsere Tape-Anleitung bei Verdauungsbeschwerden
Produkte, die wir im Video verwenden:


Anleitung
Tape-Anlage bei Verstopfung
Benötigt:

3 x Lymphtape

Fiskars Schere
Anleitung
Benötigt:

2 x l-Zügel (2,5 cm breit)

2 x l-Zügel (5 cm breit)

Fiskars Schere
- Ihr benötigt 3 kurze Lymphtapes. Abmessen könnt ihr Tapes anhand des auftseigendes Astes, des querverlaufendes Astes (Dickdarm) und desabsteigendes Astes des Darms. Runde die Ecken der eingeschnittenen Tape-Streifen ab.
- Beginne mit dem Tape für den absteigenden Ast des Darms. Lege die Basis auf und lass die Enden wellenförmig in Richtung des unteren Rippenbogens mit maximal 5% Zug auslaufen.
- Für das zweite Tape am querverlaufenden Ast wird die Basis auf die Enden des ersten Tapes gelegt. Der Streifen verläuft dann quer zur entgegengesetzten Seite. Auch hier laufen die Enden ohne großen Zug wellenförmig aus.
- Für den letzten Ast wird die Basis wieder am unteren Rippenbogen auf die Enden des vorherigen Tapes angelegt. Auch hier laufen die Tentakeln in gedachter Linie ohne Zug aus.
Was ist Obstipation (Verstopfung)?
Von einer Obstipation spricht man, wenn die Darmentleerung seltener erfolgt als dreimal pro Woche, der Stuhlgang erschwert ist oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung besteht. Typische Beschwerden sind:
Verstopfungen können akut auftreten, beispielsweise durch Reise, Stress oder Ernährungsumstellung – oder chronisch verlaufen. In beiden Formen kann eine unterstützende Therapie sinnvoll sein.
Anatomie: Darm und Dickdarm
Um das Tapen bei Verstopfung gezielt anwenden zu können, lohnt sich ein Blick auf die Anatomie.
Der Darm besteht aus:
1. Dünndarm
2. Dickdarm (Colon)
3. Mastdarm (Rektum)
Besonders relevant bei Obstipation ist der Dickdarm. Er gliedert sich in:
Die Hauptaufgabe des Dickdarms besteht darin, Wasser zu entziehen und den Stuhl in Richtung Mastdarm zu transportieren. Dieser Transport erfolgt durch rhythmische Muskelkontraktionen, die sogenannte Peristaltik.
Bei einer Obstipation ist diese Darmbewegung häufig verlangsamt. Der Stuhl verbleibt zu lange im Dickdarm, wodurch vermehrt Wasser entzogen wird. Die Folge daraus sind harte Verstopfungen und Beschwerden.
Hier setzt das Tapen an: Durch gezielte Reizsetzung auf Haut, Faszien und darunterliegende Strukturen kann die Darmaktivität angeregt werden.
Ursachen einer Obstipation
Verstopfung kann viele Ursachen haben. Zu den häufigsten zählen:
Behandlungsziele beim Tapen
Das Tapen bei Verstopfung verfolgt mehrere therapeutische Ziele:
1. Unterstützung der Darmperistaltik
Die elastische Anlage entlang des Dickdarmverlaufs kann mechanische Reize setzen, die reflektorisch die Darmbewegung stimulieren.
2. Linderung von Schmerzen
Durch die leichte Anhebung der Haut wird die Mikrozirkulation verbessert. Das kann Druckgefühl und Schmerzen im Bauchraum reduzieren.
3. Verbesserung der Durchblutung
Die Tape-Anlage fördert lokal die Durchblutung und unterstützt Stoffwechselprozesse im Gewebe.
4. Regulation des vegetativen Nervensystems
Der Darm wird stark vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Über kutiviszerale Reflexe kann Tapen regulierend wirken.
5. Unterstützung der natürlichen Darmfunktion
Das Tape stellt keine direkte Therapie im Sinne einer medikamentösen Behandlung dar, sondern bietet Hilfe zur Aktivierung körpereigener Prozesse.
Wichtiger Hinweis
Das Tapen bei Verstopfung kann eine sinnvolle Unterstützung sein, sollte jedoch in ein ganzheitliches Therapiekonzept eingebunden werden. Eine zentrale Rolle spielt eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst sowie Leinsamen oder Flohsamenschalen, da Ballaststoffe das Stuhlvolumen erhöhen und die Darmaktivität anregen. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa 1,5–2 Litern Wasser täglich, um den Stuhl geschmeidig zu halten.
Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren oder gezielte Bauchübungen fördern zusätzlich die natürliche Peristaltik. Ergänzend kann die Physiotherapie mit Atemübungen oder manueller Behandlung des Bauchraums unterstützen. Da der Darm sensibel auf Stress reagiert, tragen auch Entspannungsverfahren zur Regulation des vegetativen Nervensystems und zur Linderung von Beschwerden bei.
*Die Annahme einer Wirkung beruht auf möglichen Tendenzen in Studien, sehr vielen Einzelfallberichten und Erfahrungswerten. Sie gilt nicht als evidenzbasiert. Ebenso ist die Wirkweise bisher rein hypothetisch. Der Einsatz unserer Kinesiologie Tapes und Sporttapes ersetzt keinen Besuch beim Arzt, Physiotherapeuten oder anderen medizinischen Experten.
Häufig gestellte Fragen
Das Tapen bei Verstopfung kann die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) unterstützen, indem über die Haut sanfte Reize auf Faszien, Muskulatur und das vegetative Nervensystem gesetzt werden. Ziel der Anlage ist es, Beschwerden wie Druckgefühl, Blähungen oder leichte Schmerzen zu lindern und die Darmaktivität anzuregen.
Die Tape-Anlage verläuft entlang des anatomischen Verlaufs von Darm und Dickdarm. Durch die elastischen Eigenschaften des Tapes wird die Haut leicht angehoben, was die Durchblutung und den Lymphfluss verbessern kann. Diese Reizsetzung kann reflektorisch die Darmfunktion stimulieren und bei Obstipation unterstützend helfen.
Ja, die Methode kann sowohl bei akuten Verstopfungen als auch bei wiederkehrenden Beschwerden unterstützend angewendet werden. Bei langanhaltenden oder sehr starken Schmerzen sollte jedoch eine ärztliche Abklärung erfolgen, um mögliche Ursachen auszuschließen.
Neben dem Tapen spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle: eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Bewegung sowie gegebenenfalls physiotherapeutische Maßnahmen. Auch Stressreduktion kann helfen, da der Darm sensibel auf psychische Belastungen reagiert.

Carsten Boss - Unser Experte für
Kinesiologie Tape

Carsten Boss - Unser Experte für Kinesiologie Tape
Carsten zählt zu Europas führenden Kinesiologie Tape Spezialisten und hat seit 1998 über 15.000 Physiotherapeuten ausgebildet. Im direkten Austausch mit Therapeuten und Patienten entwickelt er kontinuierlich neue PINOTAPE-Anlagen für verschiedenste Krankheitsbilder und verbessert so die Lebensqualität seiner Patienten.
Mit Carsten bist Du immer auf dem neusten Stand!
Carsten zählt zu Europas führenden Kinesiologie Tape Spezialisten und hat seit 1998 über 15.000 Physiotherapeuten ausgebildet. Im direkten Austausch mit Therapeuten und Patienten entwickelt er kontinuierlich neue PINOTAPE-Anlagen für verschiedenste Krankheitsbilder und verbessert so die Lebensqualität seiner Patienten.
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