PINOTAPE Anleitung: Iliosakralgelenk (ISG) tapen
Fast jeder Mensch kennt Rückenschmerzen. Sie treten nach langem Sitzen, intensiver körperlicher Arbeit oder durch eine plötzliche Bewegung auf, die den Körper überlastet hat. Auch wenn viele dabei sofort an die Bandscheiben oder an die Lendenwirbelsäule, liegen die Beschwerden jedoch häufig nicht ausschließlich dort begründet, sondern können auch im Bereich des Iliosakralgelenks (ISG) entstehen.
Wenn das Iliosakralgelenk blockiert oder gereizt ist, macht sich dies oft durch Schmerzen im unteren Rücken bemerkbar, die bis in das Gesäß oder sogar in die Beine ausstrahlen können. Um diese Beschwerden zu lindern, greifen viele auf sanfte Methoden zurück, die die Beweglichkeit fördern und gleichzeitig entlastend wirken. Eine bewährte Möglichkeit ist das Tapen des Iliosakralgelenks mit einem Kinesiologie-Tape wie dem PINOTAPE. Mit unserer Anleitung in Video- und Textform zeigen wir dir Schritt für Schritt wie du das Tape anbringen kannst, um Beschwerden im ISG lindern zu können.
Unsere Tape-Anleitung zur Entlastung des Iliosakralgelenk
Produkte, die wir im Video verwenden:

Anleitung
Tape-Anlage zur Entlastung bei einer Affektion im Iliosakralgelenk (Lymph-Technik)
Benötigt:

2 x Zügel in Fächerform

Fiskars Schere
Benötigt:

2 x Zügel in Fächerform

Fiskars Schere
| 1 | Ausgangsstellung: Flexion der Wirbelsäule. Der Patient dehnt damit maximal möglich vor. |
| 2 | Nimm den ersten Tape-Streifen, schneide ihn drei Mal bis auf ca. 5 cm vor dem Ende ein, sodass vier Zügel entstehen und runde die Ecken ab. |
| 3 | Lege die Basis ohne Zug auf. Die vier Zügel werden in Lymphtechnik wellenförmig mit maximal 5% Zug über die zu behandelnde Struktur angelegt. |
| 4 | Auch das zweite Tape schneidest du drei mal so ein, dass vier Zügel entstehen und rundest die Ecken für besseren Halt jeweils ab. |
| 5 | Lege die Basis ohne Zug oberhalb des zu behandelnden Gebietes an und lasse die Enden wieder wellenförmig und mit leichtem Zug mit der Lymphtechnik nach unten hin auslaufen |
Das Iliosakralgelenk (ISG)
Das Iliosakralgelenk, auch Kreuz-Darmbein-Gelenk genannt, befindet sich auf beiden Seiten des Körpers und verbindet die Wirbelsäule mit dem Becken. Anatomisch gesehen handelt es sich um die Kontaktfläche zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium). Obwohl dieses Gelenk nur einen sehr geringen Bewegungsspielraum hat, ist es von enormer Bedeutung. Es wirkt nämlich wie ein Stoßdämpfer und verteilt die Kräfte, die beim Gehen, Laufen oder Heben entstehen, gleichmäßig vom Oberkörper in das Becken und die Beine.
Diese Stabilität macht es für uns sehr wichtig. Schon kleinste Fehlbelastungen können ausreichen, um die feine Balance zwischen Wirbelsäule und Becken zu stören. Das kann zu Blockaden, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen führen, die den Alltag stark beeinflussen.
Stabilisiert wird das ISG durch Bänder, Muskeln und Faszien. Diese Strukturen halten das Gelenk in Position und sorgen gleichzeitig für die notwendige Flexibilität. Gerät dieses Zusammenspiel jedoch durch eine Fehlhaltung oder Überlastung aus dem Gleichgewicht, kommt es häufig zu den typischen ISG-Beschwerden.
Ursachen für Beschwerden im Iliosakralgelenk
Eine ISG-Dysfunktion oder Blockade kann verschiedene Ursachen haben. Häufig treten Probleme auf, wenn das Gelenk überlastet oder falsch beansprucht wird. Hier eine Übersicht typischer Gründe:
Überlastung und Fehlhaltungen
Akute Auslöser
Körperliche Faktoren
Kurz gesagt: Das ISG ist ein sensibles Gelenk, das zwar stabil, aber zugleich sehr störanfällig ist. Besonders wenn mehrere Faktoren gleichzeitig wirken, steigt das Risiko für eine Blockade, die ohne Behandlung chronisch werden kann.
Typische Symptome einer ISG-Dysfunktion
Eine Blockade oder Dysfunktion im Iliosakralgelenk äußert sich in der Regel durch sehr charakteristische Beschwerden. Vorrangig steht ein dumpfer oder stechender Schmerz im unteren Rücken, der sich oft im Bereich des Kreuzbeins bemerkbar macht. Diese Schmerzen können sich ausbreiten und in das Gesäß, die Hüfte, die Leiste oder sogar bis in die Oberschenkel ausstrahlen.
Zusätzlich können Spannungsgefühlen oder Kribbeln aufkommen, die durch die Verspannung der umliegenden Muskulatur entstehen. Besonders der Lenden-Darmbeinmuskel kann sich stark verspannen und dadurch sogar Schmerzen im Unterbauch hervorrufen. Typisch ist auch, dass die Beschwerden häufig einseitig auftreten oder aber auf beiden Seiten unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Ein weiteres Merkmal ist die Einschränkung der Beweglichkeit. Allein alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen, langes Sitzen oder das Aufstehen aus dem Bett können schmerzhaft sein.
Da Symptome häufig unspezifisch wirken, ist eine fachgerechte Untersuchung wichtig, um die Ursache eindeutig dem ISG zuzuordnen und nicht mit Bandscheibenproblemen zu verwechseln.
Behandlungsmöglichkeiten bei ISG-Schmerzen
Eine gezielte Behandlung hängt von der Ursache und der Schwere der Beschwerden ab. Grundsätzlich gilt: Bei starken oder länger anhaltenden Schmerzen solltest du einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen!
Akutmaßnahmen
Physiotherapie
Medizinische Maßnahmen
Langfristige Maßnahmen
Eine sinnvolle Ergänzung dieser Methoden kann das Tapen des Iliosakralgelenks als sanfte, aber effektive Möglichkeit zur Entlastung sein. Es kann sowohl Schmerzen lindern als auch die Beweglichkeit fördern. Das Besondere am Kinesiologie-Tape ist seine Elastizität. Es passt sich jeder Bewegung an, ohne die Mobilität einzuschränken, und bietet gleichzeitig eine unterstützende Stabilisierung.
Vorbeugung von ISG-Beschwerden
Um Rückenschmerzen und Blockaden im Iliosakralgelenk langfristig vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil entscheidend. Dazu gehört in erster Linie ausreichend Bewegung. Regelmäßige Spaziergänge, leichtes Joggen oder Sportarten wie Schwimmen und Yoga können die Muskulatur rund um Becken und Rücken kräftigen und das Gelenk stabilisieren. Gezielte Kräftigungsübungen für Gesäß, Bauch und Rücken sind zusätzlich eine ideale Möglichkeit, die Muskulatur zu stärken, die das ISG umgibt. Ergänzt durch regelmäßige Dehnübungen können Verspannungen vermieden und die Beweglichkeit verbessert werden.
Ebenso wichtig ist eine rückengerechte Körperhaltung im Alltag. Achte beim Sitzen auf eine aufrechte Haltung, nutze ergonomische Stühle mit beweglicher Rückenlehne und, wenn möglich, einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Auch beim Heben solltest du immer aus den Beinen heraus arbeiten, um nicht den Rücken zu überlasten.
Fazit
Das Iliosakralgelenk ist klein, aber von großer Bedeutung für die Stabilität des gesamten Körpers. Schon geringe Fehlbelastungen können zu Blockaden und Schmerzen führen, die die Lebensqualität massiv einschränken.
Wichtig: Tape ersetzt keine ärztliche Behandlung, kann aber ein wertvoller Bestandteil eines ganzheitlichen Ansatzes für die langfristige Rückengesundheit sein. Wer Beschwerden im Bereich des ISG hat, sollte immer den Rat eines Facharztes oder Physiotherapeuten einholen, um die individuelle Situation richtig einschätzen zu lassen.
*Die Annahme einer Wirkung beruht auf möglichen Tendenzen in Studien, sehr vielen Einzelfallberichten und Erfahrungswerten. Sie gilt nicht als evidenzbasiert. Ebenso ist die Wirkweise bisher rein hypothetisch. Der Einsatz unserer Kinesiologie Tapes und Sporttapes ersetzt keinen Besuch beim Arzt, Physiotherapeuten oder anderen medizinischen Experten.
Häufig gestellte Fragen
Typische Anzeichen sind Schmerzen im unteren Rücken, die bis in Gesäß, Hüfte oder Oberschenkel ausstrahlen können. Häufig treten zusätzlich Verspannungen, Bewegungseinschränkungen und einseitige Beschwerden auf.
ISG-Beschwerden entstehen oft durch Fehlhaltungen, langes Sitzen, ruckartige Bewegungen, Überlastung beim Sport, Schwangerschaft oder durch chronische Erkrankungen wie Arthrose oder Morbus Bechterew.
Ja, das Iliosakralgelenk tapen ist eine bewährte Methode, um Schmerzen zu lindern, die Stabilität zu verbessern und die Beweglichkeit zu unterstützen. Besonders effektiv ist das Anlegen in der Lymphtechnik mit Kinesiologie-Tape.
Physiotherapie, Mobilisation, Dehnübungen, Massagen und Kräftigungsübungen sind bewährte Methoden. In schweren Fällen kann der Arzt Schmerzmittel oder Spritzen verordnen. Tape ist eine ergänzende Maßnahme.
Eine gute Körperhaltung, regelmäßige Bewegung, kräftigende Übungen für Rumpf und Becken sowie ergonomisches Sitzen sind die besten Maßnahmen zur Vorbeugung. Ergänzend kann Tape in Belastungsphasen stabilisieren und unterstützen.


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