PINOTAPE Anleitung: Brustwirbelsäule tapen

Schmerzen im oberen und mittleren Rücken sind eine der häufigsten Ursachen für Arztbesuche und können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Oft äußern sie sich durch hartnäckige Verspannungen zwischen den Schulterblättern, eine spürbar eingeschränkten Beweglichkeit oder sogar atemabhängigen Schmerzen.

 

Zusätzlich zu konservativen Behandlungsverfahren wie aktive Mobilisations- und Bewegungsübungen kann auch das gezielte Tapen der Brustwirbelsäule (BWS) mit dem Kinesiologie Tape dabei helfen, Schmerzen schnell und effektiv zu lindern und die natürliche Körperhaltung zu verbessern. Als bewährte Ergänzung bietet der Einsatz der elastischen Tapes eine kontinuierliche Unterstützung im Alltag, um Fehlhaltungen und Überlastungen entgegenzuwirken. Mit unserer Schritt für Schritt Anleitung zeigen wir dir, wie die Anlage im Detail funktioniert.

Unsere Tape-Anleitung bei Schmerzen im mittleren und oberen Rücken

Produkte, die wir im Video verwenden:

Extra starkes PINOTAPE Sport orange
PINOTAPE Sport black
Klassisches Sporttape von PINOFIT
Fiskars Spezialschere zum Zuschneiden von Kinesiologie Tape
anleitung

Anleitung

Tape-Anlage für den Brustwirbelbereich (Schmerzkreuz)

Benötigt:

l-Zügel Kinesiologie-Tape

4 x l-Zügel

PINO Fiskars-Schere

Fiskars Schere

Benötigt:

l-Zügel Kinesiologie-Tape

2 x l-Zügel

Y-Zügel PINOTAPE

2 x Y-Zügel

PINO Fiskars-Schere

Fiskars Schere

1Bereich der Brustwirbelsäule als Ausgangssituation maximal möglich vordehnen. Schneide vier I-Zügel in der Länge von ca. 20 cm zurecht und runde die Ecken der Tape-Streifen ab.

 

2

Nimm dir den ersten I-Zügel und lege die Basis mit maximal möglichem Zug auf die zu behandelnde Stelle. Die Ende laufen ohne Zug aus.

 

3Die drei restlichen Zügel werden mit der gleichen Methode jeweils versetzt zu einem Schmerzkreuz angelegt.

 

4Wenn ihr den Bereich zusätzlich noch verriegeln wollt, könnt ihr einen zusätzlichen Streifen klassisches Tape darüber kleben.

 

Anatomie & Rolle der Brustwirbelsäule

Die Wirbelsäule bildet das flexible, aber stabile Zentrum unseres Körpers. Ihre doppelte S-Form schützt nicht nur das lebenswichtige Rückenmark, sondern ermöglicht uns auch den aufrechten Gang sowie die Bewegungsfähigkeit des Rumpfes. Die Brustwirbelsäule (BWS) stellt den zweiten von insgesamt fünf Abschnitten der gesamten Wirbelsäule dar und befindet sich anatomisch zwischen der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS). Mit ihren zwölf Wirbeln ist sie der längste Wirbelsäulenabschnitt.

 

Ihre besondere Funktion liegt in der engen Verbindung mit dem Brustkorb. Jeder Brustwirbel ist über Gelenke mit einem Rippenpaar verbunden. Diese vielen muskulären und gelenkigen Verbindungen sind essentiell für die Flexibilität des Brustkorbs, insbesondere für eine ungehinderte Atmung. Ist nur einer dieser Bestandteile in seiner Funktion beeinträchtigt, beispielsweise durch eine Blockade, kann das die Funktionsweise des gesamten Bereichs stören und aktiv Beschwerden verursachen.

Ursachen

Der Begriff BWS-Syndrom fasst mehr oder weniger alle Beschwerden und Schmerzen rund um die Brustwirbelsäule zusammen. Deren Ursachen sind dabei sehr vielschichtig. Die Art und Weise, wie wir uns im modernen Alltag bewegen, spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Problemen in diesem Bereich.

 

Muskulär-fasziale Probleme
Die weitaus häufigsten Ursachen für akute Schmerzen im oberen und mittleren Rücken sind muskulär-faszialer Natur.

Verhärtete Muskulatur und Muskelverspannungen: Langes Sitzen, eine ungünstige Körperhaltung oder einseitige Bewegung führen oft zu einer Überlastung der Muskeln und Verspannungen, insbesondere zwischen den Schulterblättern.
Spröde Faszien: Die Faszien, das Bindegewebe, das die Muskeln umgibt, können ebenfalls durch mangelnde Bewegung verkleben oder spröde werden. Das behindert die Gleitfähigkeit und Beweglichkeit des Brustkorbs, was häufig zu einer sogenannten BWS-Blockade führen kann.
Fehlhaltungen und Bewegungsmangel: Fehlhaltungen und Bewegungsmangel begünstigen die Entstehung von Muskeln- und Faszien-Problemen. Eine nach vorne geneigte Haltung (Rundrücken) durch stundenlange Computerarbeit ist ein typischer Auslöser.

Degenerative und entzündliche Probleme
Neben den funktionellen Störungen spielen auch strukturelle und krankheitsbedingte Ursachen eine Rolle. Oftmals sind Blockaden und daraus resultierende Schmerzen nämlich die Folge von degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule.

 

Zu den degenerativen Veränderungen zählen beispielsweise die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) und Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen. Diese Zustände können Druck auf Nervenwurzeln ausüben und starke Schmerzen verursachen, die bis in den Brustkorb ausstrahlen. Auch altersbedingte Knochendichteverminderung (Osteoporose) kann Frakturen in diesem Bereich begünstigen.

 

Autoimmunerkrankungen wie Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) oder Rheuma können zu chronischen Entzündungen der Gelenke und Bänder der Wirbelsäule führen, was ebenfalls eine zunehmenden Versteifung und anhaltende Beschwerden zur Folge haben kann.

Symptome bei Beschwerden im oberen und mittleren Rücken

Die Schmerzen und Beschwerden sind meist lokalisiert im oberen und mittleren Rücken:

Schmerzen zwischen den Schulterblättern: Dies ist das Leitsymptom und wird oft als dumpf oder ziehend beschrieben.
Verhärtungen / Verspannungen: Tasten des Bereichs zeigt oft harte, schmerzempfindliche Stellen in der Muskulatur.
Bewegungseinschränkungen: Die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule ist eingeschränkt, besonders beim Drehen oder Streifen des Oberkörpers.
Erschwerte Atmung: Bei starken Blockaden kann es zu atemabhängigen Schmerzen kommen, da die Rippengelenke, die mit der BWS verbunden sind, nicht frei beweglich sind.

Diagnose und erste Behandlungsschritte für die BWS

Anhaltende Schmerzen erfordern eine fachkundige Diagnose. Ein Arzt oder Physiotherapeut wird neben einer ausführlichen Anamnese zur Art der Schmerzen und zur Körperhaltung die Beweglichkeit überprüfen und die Muskulatur gezielt auf Verspannungen untersuchen. Je nach Verdacht können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT notwendig sein, um strukturelle Ursachen auszuschließen.

 

Die initialen Behandlungsschritte zielen darauf ab, akute Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen:

 

Konservative Verfahren: Bei muskulären Schmerzen und Verspannungen helfen oftmals Wärmeanwendungen zur Lockerung der Muskeln. Bei entzündlichen Prozessen kann dagegen eine Kälte-Therapie (Kryotherapie) Linderung verschaffen.

 

Physiotherapie: Mit gezielten Mobilisations- und Bewegungsübungen können wir die Brustwirbelsäule mobilisieren und die tief liegenden Muskeln lockern. Zusätzlich können manuelle Techniken entstandene Blockaden lösen.

 

Medikamentöse Unterstützung: Kurzfristig können Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden, um Schmerzen und Verspannungen zu lindern.

Kinesiologie Tape

Ein Einsatz von Tape bietet sich besonders bei muskulär-faszialen Beschwerden wie dem BWS-Syndrom an, die durch Fehlhaltungen und Bewegungsmangel begünstigt werden. Die Anlage ersetzt jedoch keine fundierte Diagnose und Behandlung durch Facheprsonal.

Rückenbeschwerden vorbeugen

Die effektivste Strategie gegen Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule ist die aktive Prävention. Die Tipps zur Vorbeugung sind dabei direkt auf die Beseitigung der Hauptursachen (Fehlhaltungen, Bewegungsmangel) ausgerichtet.

Bewegung und Haltung: Eine aufrechte Haltung und ein aktiver Alltag sind die wichtigsten Aspekte der Prävention.
Regelmäßige Mobilisierung: Die BWS ist von Natur aus beweglich. Regelmäßiges, bewusstes Bewegen bzw. Mobilisieren der BWS durch Dreh- und Dehnübungen hält die Gelenke und Faszien geschmeidig.
Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur: Nur eine ausgewogene und starke Rumpfmuskulatur kann die Wirbelsäule optimal stabilisieren. Die Stärkung sowohl der oberen als auch der unteren Muskeln im Rumpfbereich verhindert, dass die Haltungsmuskulatur der BWS überlastet wird. Ideal dafür ist ein gezieltes Krafttraining.
Vermeiden von Fehlhaltungen: Besonders die Körperhaltung bei sitzenden Tätigkeiten muss optimiert werden. Der Computerbildschirm sollte auf Augenhöhe sein, der Stuhl ergonomisch eingestellt, um die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Krümmung zu unterstützen.
Verzicht auf Rauchen

*Die Annahme einer Wirkung beruht auf möglichen Tendenzen in Studien, sehr vielen Einzelfallberichten und Erfahrungswerten. Sie gilt nicht als evidenzbasiert. Ebenso ist die Wirkweise bisher rein hypothetisch. Der Einsatz unserer Kinesiologie Tapes und Sporttapes ersetzt keinen Besuch beim Arzt, Physiotherapeuten oder anderen medizinischen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das BWS-Syndrom fasst Schmerzen und Beschwerden im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS), dem längsten Wirbelsäulenabschnitt, zusammen. Es beschreibt meist eine Dysfunktion durch Blockaden oder Verspannungen im oberen und mittleren Rücken.

Hauptursachen sind muskulär-fasziale Probleme, die durch Fehlhaltungen (z.B. Rundrücken), Bewegungsmangel und einseitige Bewegung entstehen. Dies führt zu Verspannungen und Blockaden.

Ja, da die BWS mit den Rippen verbunden ist, können Blockaden die Mechanik des Brustkorbs stören und atemabhängige Schmerzen oder das Gefühl einer erschwerten Atmung verursachen.

Ein gezieltes Krafttraining zur Stärkung der Rumpfmuskulatur ist essenziell. Als passive Unterstützung und zur Linderung akuter Schmerzen ist auch der Einsatz von Kinesiologie Tape nach Anleitung sehr hilfreich.

Achten Sie auf eine ergonomische Arbeitsplatzeinstellung und praktizieren Sie regelmäßige Bewegung und bewusstes Mobilisieren der BWS im Alltag. Vermeiden von Fehlhaltungen ist der Schlüssel.

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